„Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt“ - Partizipation im Kita-Alltag
fand statt am 23. Januar 2025, von 16:00 bis 17:00 Uhr
Anja Gérard, Qualitätsbegleitung MoVe In Stadtkreis Mannheim &
Efrosini Chortikoglou, Qualitätsbegleitung MoVe In Enzkreis, FFB
Mit der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention steht jedem Kind das Recht zu, seine Meinung zu äußern, gehört zu werden und an Entscheidungen, die seine Person betreffen, beteiligt zu werden. Wenn alle Kinder den Alltag gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften gestalten und die unterschiedlichsten Ideen und Meinungen Platz haben, erlebt sich jede und jeder einzelne als Teil der Gemeinschaft. Die partizipative Gestaltung des pädagogischen Alltags ist allerdings häufig Bereicherung und Herausforderung zugleich. „Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt...“ Wie können pädagogische Fachkräfte zwischen den Interessen der Kinder und ihrer Fürsorgepflicht abwägen? Anregungen hierzu möchten wir im Vortrag auch auf der Grundlage von gelingenden Praxisbeispielen geben.
„Ich bin Ich und Du bist Du und Wir alle gehören dazu!“ - Gelingensfaktoren einer Intensivkooperation von Schulkindergarten und
findet statt am 27. Februar 2025, von 16:00 bis 17:00 Uhr
Dr. Nicole Lamm-Hanel, Referentin Referat 34, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg;
Hanna Diehl, Leitung Winterhaldenkindergarten Sindelfingen & Alexa Steiner-Schütz, Leitung Kita Sommerhofen Sindelfingen
Wie gelingt der Alltag von Kindern mit und ohne Behinderung und seinem bunten Strauß an Herausforderungen, Bedürfnissen, Bedarfen und Begegnungs-möglichkeiten? Wie schaffen wir ein Miteinander, das jedem Kind gerecht wird? 5
Dieses Thema wollen wir ausgehend von den Rahmenbedingungen der Systeme Schulkindergarten und Kindertageseinrichtung beleuchten. Ein Blick in die gemeinsame Praxis eines Schulkindergartens für körperbehinderte Kinder und einer Kindertageseinrichtung soll zeigen, wie die Intensivkooperation zweier Einrichtungen in unterschiedlicher Trägerschaft gelingen kann. Es wird veranschaulicht, wie frühkindliche Bildung und Erziehung für Kinder mit und ohne Behinderung ermöglicht werden kann. In diesem Vortrag werden auch Überlegungen zu räumlichen und personellen Rahmenbedingungen, persönlicher Einstellung und Haltung angesprochen.
Inklusion und Vielfalt – so kann es gelingen: Erkenntnisse aus 5 Jahren Modellversuch Inklusion Baden-Württemberg (MoVe In)
fand statt am 27. März 2025, von 16:00 bis 17:00 Uhr
Kathrin Hildebrand, Referentin AB III, FFB
Jedes Kind – egal ob mit oder ohne (drohende) Behinderung – erlebt in der Kindertageseinrichtung inklusive Bildung, Erziehung und Betreuung und gestaltet sie selbstbestimmt mit. Teams entdecken den Mehrwert von Inklusion als Menschenrecht und verwirklichen diese im Kita-Alltag. Fachberatungen und Träger erkennen bei ihren Teams Handlungssicherheit im Umgang mit Kindern, die sie bislang als herausfordernd wahrgenommen haben. Sie fragen sich, wie das gelingen kann?
Das in der Praxis der Beratung, Begleitung und Qualifizierung entstandene Konzept Modellversuch Inklusion (MoVe In) wurde im Zeitraum 2020–2024 in acht Stadt- und Landkreisen erfolgreich erprobt. Individuell angepasste Formate und Angebote unterstützten dabei die pädagogischen Fachkräfte, in ihren Handlungen sicher und kompetent zu agieren. Wie das Unterstützungssystem MoVe In Haltungsentwicklung fördert und den Blick weg von den Grenzen hin zur Erkenntnis eigener Handlungsmöglichkeiten lenkt, erfahren Sie in diesem Vortrag.
„Es war einmal …“ - Sprachbildung durch Dialogisches Lesen, Erzählen und Philosophieren mit Kindern
fand statt am 22. Mai 2025, von 16:00 bis 17:00 Uhr
Prof. Dr. Katrin Alt, Professorin für Kindheitspädagogik und Bildungswissenschaften, HAW Hamburg
Sprachkompetenz ist ein Schlüssel zur Partizipation. Denn die Möglichkeit zur Teilhabe und aktiven Mitgestaltung unserer Gesellschaft erfordert oft komplexe sprachliche Fähigkeiten. Um zum Beispiel eine Meinung begründet zu vertreten, sind Argumentationsfähigkeiten erforderlich. Diese setzen komplexere sprachliche Strukturen voraus als einfache alltagsnahe Beschreibungen. Für die Sprachbildung in Kindertagesstätten werden Bilderbücher empfohlen, welche vielfältig eingesetzt werden können.
Die Methode des Dialogischen Lesens ist bereits positiv evaluiert und wird in vielen Einrichtungen eingesetzt. Weniger bekannt ist die Methode der Erzählförderung, z.B. umgesetzt mit einem Kamishibai (Erzähltheater). Das Erzählen hat ein besonderes Potenzial, um komplexe grammatische Strukturen zu verwenden. Das Philosophieren mit Kindern mit Bilderbüchern ist von den drei Ansätzen am wenigsten bekannt, findet aber zunehmend Verbreitung. Um gemeinsam über Bücher zu philosophieren, bedarf es bereits einer Basis an Begriffen sowie weiterer sprachlicher und auch kognitiver Kompetenzen. Insofern ist dieser Ansatz in der Regel für etwas ältere Kita-Kinder ab etwa vier Jahren geeignet.
Die drei Ansätze zur Bilderbucharbeit wurden in diesem Vortrag vorgestellt. Mit Blick auf die Praxis wurde erläutert, welche Bilderbuchtypen sich besonders eignen. Zudem wurde dargestellt, wo sich die Ansätze kombinieren lassen, um auch mit heterogenen Gruppen differenziert zu arbeiten.
SONDERVERANSTALTUNG „Mit mehreren Sprachen groß werden“
fand statt am 25. Juni 2025, von 16:00 bis 17:00 Uhr
Prof. Dr. Nataliya Soultanian, Leitung FFB
Viele Kinder in Deutschland wachsen mit mehreren Sprachen auf. Kindliche Mehrsprachigkeit ist daher für sehr viele Familien Alltag. Viele Eltern fragen sich, wie sie ihr Kind so begleiten können, dass die Mehrsprachigkeit sich als Potenzial und Ressource für die Zukunft des Kindes gut entfalten kann. Dies betrifft sowohl die Beherrschung der deutschen Sprache, als auch die Beherrschung der Familiensprache, also der Sprache, die zu Hause gesprochen wird.
Das Forum Frühkindliche Bildung hat eine Broschüre zum Thema Mehrsprachigkeit veröffentlicht. Diese Broschüre informiert über die wichtigsten Fragen des Aufwachsens der Kinder mit zwei und mehreren Sprachen. Sie richtet sich an Eltern, Erziehungsberechtigte und Familienangehörige, die Kinder dabei begleiten, mit mehreren Sprachen groß zu werden.
In der Veranstaltung wird zunächst das Aufwachsen mit mehreren Sprachen thematisiert. Im Anschluss wird die Zusammenarbeit mit Familien und die Unterstützung der Broschüre dabei besprochen.
"Heute bin ich ein Krokodil“ - Wie Fachkräfte das Rollenspiel von Kindern begleiten können
fand statt am 26. Juni 2025, von 16:00 bis 17:00 Uhr
Prof. Susanne Bosshart, Dozentin Pädagogische Hochschule St.Gallen
Wenn Kinder in Rollen schlüpfen, so tun als ob, Träume ausleben oder Geschichten nachspielen, stellt sich für die Fachkräfte die Frage nach der unterstützenden und entwicklungsfördernden Form der Begleitung. Im Vortrag werden verschiede Formen des Rollenspiels von drei- bis siebenjährigen Kindern fokussiert und die verschiedenen Lernfelder diskutiert. Darauf aufbauend folgen Überlegungen zu einer spiel- und entwicklungsfördernden Begleitung durch die Fachkraft. Es geht darum, bei der Rollenfindung zu unterstützen, die Motivation der Kinder aufrecht zu erhalten, Dialoge anzuregen, Spielsituationen Tiefe zu geben und Möglichkeiten zur Sprachförderung zu nutzen.
Ästhetische Bildung in der Frühpädagogik – Die Bedeutung der pädagogischen Fachkraft
fand statt am 24. Juli 2025, von 16:00 bis 17:00 Uhr
Dr. Kathrin Borg-Tiburcy, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaften, Universtität Osnabrück
Ästhetische Bildung ist weit mehr als sinnliche Wahrnehmung und findet nicht nur im Zusammenhang mit Kunst statt. Ästhetische Bildung findet dann statt, wenn ich mit etwas in Resonanz gehe. Daher ist es auch nicht ganz einfach diese Prozesse von außen zu steuern. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, Ästhetische Bildung anzuregen. Vor allem alltägliche Situationen in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege bieten vielfältige Anlässe für Ästhetische Bildung.
Um darauf als pädagogische Fachkraft aufmerksam zu werden und Ästhetische Bildung initiieren und unterstützen zu können, führt der Vortrag mit anschaulichen Beispielen in das Thema ein. Dabei stehen zu Beginn die ästhetischen Bildungsprozesse Erwachsener im Fokus, um diese Prozesse aus der eigenen Perspektive nachvollziehen zu können und dafür sensibilisiert zu werden. Mit Reflexionsfragen können die Teilnehmenden selbst überprüfen, ob und wann sie die ästhetische Brille aufhaben. Davon ausgehend werden konkrete Anregungen für die KiTa-Praxis gegeben. Dabei werden unterschiedliche Altersstufen von Kindern in den Blick genommen und die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, ihre Praxissituation zu reflektieren.
Einstieg in die Arbeit mit dem Orientierungsplan
fand statt am 23. Oktober 2025, von 16:00 bis 17:00 Uhr
Tina Prinz & Dr. Petra Haas, FFB
Gemeinsam Zukunft gestalten – dazu soll der Orientierungsplan für Bildung und Erziehung beitragen. Als fachlich fundierter und zugleich praxisnaher Leitfaden unterstützt er die pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege. Denn Kitas sowie die Kindertagespflege haben einen eigenständigen Bildungs- und Erziehungsauftrag.
Im ersten Vortrag der Reihe erfahren Sie, wie Sie erfolgreich in die Arbeit mit dem Orientierungsplan einsteigen können. Zur Gestaltung der Kita als Bildungsort erhalten Sie Praxisimpulse und Anregungen. Zudem beleuchtet der Vortrag die Ziele und Handlungskriterien des Orientierungsplans. Sie erfahren, wie Sie die Reflexionsfragen als wertvolle Werkzeuge nutzen können, um Ihr pädagogisches Handeln bewusst zu prüfen und gezielt weiterzuentwickeln – stets mit den Bedürfnissen der Kinder im Mittelpunkt.
Kindorientierung: Das Kind im Mittelpunkt
fand statt am 27. November 2025, von 16:00 bis 17:00 Uhr
Prof. Dr. Ulrich Heimlich, LMU München
Der Ansatz der Kindorientierung stellt das Kind mit all seinen Bedürfnissen, entwicklungsbedingten Fähigkeiten, individuellen Besonderheiten und Wesensmerkmalen in den Mittelpunkt aller pädagogischer Überlegungen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kinder sich sowohl durch die biologisch bedingte Reifung von Organen und Funktionen als auch durch individuelle Lernerfahrungen, Anlagen und Präferenzen sowie soziale Faktoren entwickeln. Zudem ist einzubeziehen, dass Kinder sich über die eigenen Handlungen ein Bild von der Welt und von sich selbst machen. Im Zusammenspiel mit anderen Menschen (Kindern und Erwachsenen) schärfen sie dieses Bild und erleben sich als Teil eines großen Ganzen. In der Beziehung zu anderen Menschen erleben Kinder das Miteinander als Grundlage für die weitere Entwicklung. (vgl.: Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege, 2025, S. 42)
Leitprinzip Kinderschutz und Kinderrechte
fand statt am 11. Dezember 2025, von 16:00 bis 17:00 Uhr
Andrea Abele, Evangelischer Landesverband - Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg e.V.
PD Dr. Franziska Köhler-Dauner, Universitätsklinikum Ulm
Die vier im Orientierungsplan angeführten Leitprinzipien wirken als Wegweiser des pädagogischen Handelns. Sie basieren auf gesetzlichen Grundlagen und stehen für demokratische Werte sowie die verantwortungsvolle Gestaltung einer zukunftsfähigen und vielfältigen Welt. Sie beziehen sich auf die grundlegenden Bedürfnisse und Interessen des Kindes: Anerkennung und Wohlbefinden erleben, die Welt entdecken und verstehen, sich ausdrücken und verständigen sowie mitbestimmen und zur Gemeinschaft beitragen. Kinderschutz und Kinderrechte im Sinne der Einlösung von Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechten von Kindern, basierend auf der UN-Kinderrechtskonvention (Artikel 12, 19, 28, 29) sowie dem Grundgesetz Artikel 6 Absatz 2 und dem § 8a SGB VIII. (vgl.: Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege, 2025, S. 54-55)