Modellversuch Inklusion - kurz „MoVe In“: Was verbirgt sich dahinter?
Der Modellversuch Inklusion ist ein kitateambezogenes Unterstützungssystem in sieben Stadt- und Landkreisen. Kitateams werden bei der Weiterentwicklung inklusiver Pädagogik begleitet. In jedem Kreis agieren eine Qualitätsbegleitung (koordinierend und vernetzend) und bis zu vier Personen im mobilen Fachdienst (prozessbegleitend).
Dem Modellversuch liegt ein weites Inklusionsverständnis zugrunde. Es umfasst die Anerkennung heterogener Lebensweisen und bezieht alle Dimensionen von Heterogenität ein, zum Beispiel Milieu, Ethnizität, Kultur, Geschlecht und Religion.
Ziel des MoVe In ist es, allen Kindern und Erwachsenen in einer Kita gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe und Teilgabe zu ermöglichen. Die Kita ist ein vielfältiger Ort, an dem Unterschiedlichkeit anerkannt und gelebt wird und Ausgrenzung sowie Diskriminierung keinen Platz haben. Leitungen und pädagogische Fachkräfte werden in ihrer Handlungssicherheit gestärkt und entwickeln Handlungsstrategien für eine inklusive Alltagsgestaltung.
Im MoVe In sind auch Kreisverantwortliche, Träger, Fachberatungen, externe Kooperationsstellen (z. B. Frühförderstellen) und Familien an der Umsetzung inklusiver Bildung, Erziehung und Betreuung beteiligt. Der Modellversuch fördert eine ressourcenorientierte Vernetzung aller relevanten Akteurinnen und Akteure in den Stadt- und Landkreisen.
Wie geht der MoVe In vor?
Gemeinsam mit dem Träger, der Kita-Leitung und der Qualitätsbegleitung wird eine Zielvereinbarung für die etwa eineinhalbjährige Prozessbegleitung getroffen. Vor Ort wird die Kita durch eine Mitarbeiterin des mobilen Fachdienstes in regelmäßigen Abständen teambezogen und kontextorientiert begleitet. Die Prozessbegleitung setzt an bereits Gelingendem und vorhandenen Ressourcen im Alltag an.
Die Kita-Teams entwickeln durch fachliche Impulse ihre Kompetenzen weiter - in den Bereichen fachliches Wissen, Erfahrungswissen, Situationswahrnehmung und -analyse sowie didaktische und methodische Fähigkeiten. Die Ergebnisse werden konzeptionell verankert und über Qualitätszirkel gesichert.
Begleitung der Kindertagespflege
Die Kindertagespflege (KTP) wird an den Modellstandorten in der Qualifizierung der Tagespflegepersonen unterstützt. Das Qualifizierungskonzept orientiert sich an den Vorgaben der Qualifizierung der Tagespflegepersonen und wird wahlweise für die Fachberatungen (train the trainer) oder direkt für die Tagespflegepersonen angeboten. Wir orientieren uns an dieser Stelle an dem Rahmen für die Qualifizierung von Tagespflegepersonen. Dort ist festgeschrieben, dass im Rahmen von 10 Unterrichtseinheiten (UE) das Thema Inklusion bearbeitet wird. Der Rahmen für die Fachberatungen wird individuell festgelegt.
Modellstandorte
An den Modellstandorten der Landkreise Biberach, Böblingen, Enzkreis, Esslingen und Reutlingen sowie der Stadtkreise Freiburg und Mannheim können sich trägerübergreifend alle Kitas melden, die sich inklusiv weiterentwickeln möchten.
Die Modelllaufzeit ist beendet und wird in die landesweite Ausrollung überführt. Die weitere Steuerung und sämtliche Informationen werden über die Landeskoordination Inklusion bereitgestellt.
Regionale Ansprechpersonen und Angebote
Hier finden Sie Ihre regionalen Ansprechpersonen für Beratung und Unterstützung im Themenfeld Inklusion in der frühen Bildung sowie unsere konkreten Beratungs- und Unterstützungsangebote.